Der ADAC hat sich jüngst mit dem Thema Kindertransport mit dem Fahrrad auseinandergesetzt. Dafür hat der deutsche Automobilklub fünf Fahrrad-Transportsysteme für unsere Sprösslinge getestet und die Befunde verglichen. Mit einem für manchen überraschenden Ergebnis. 

Neben dem klassischen Fahrradanhänger liegen in Großstädten vor allem Lastenräder mit und ohne Elektroantrieb im Trend, um die Kleinen von A nach B zu transportieren. Doch bieten diese Transportsysteme den Kleinkindern auch ausreichenden Schutz vor Verletzungen bei einem Unfall? Wie sieht es mit der Handhabung und dem Komfort für die Kinder aus? Hierzu hat der ADAC fünf Systeme verglichen, die das Befördern von bis zu zwei Kindern ermöglichen: 

  • Drei verschiedene Lastenrad-Typen
  • Einen Fahrradanhänger mit Federung und einen ohne
  • Sowie ein Nachläufersystem samt Kindersitz für den Fahrradgepäckträger

Der Fokus lag dabei auf den Stärken und Schwächen der einzelnen Systeme in puncto Handhabung, Fahrverhalten, Komfort und Sicherheit inklusive Seitencrashversuch mit einem Auto. Getestet wurde der Transport von zwei Kleinkindern im Alter von etwa 1,5 und 3 Jahren, die durch entsprechende Crashtest-Dummies simuliert wurden.

Der ADAC hat fünf verschiedene Kindertransporter getestet. (Quelle: YouTube)

Beim Crashversuch wurde ein Unfallszenario nachgestellt, bei dem ein Auto mit 30 km/h und einem Winkel von 45 Grad in das stehende System fährt. Den besten Unfallschutz bietet dabei die Lastenrad-Variante „Backpacker“, bei dem zwei Kindersitze auf dem Gepäckträger montiert werden. Bei einem Aufprall mit einem Pkw befinden sich die Kinder durch die hohe Sitzposition nicht im direkten Crashbereich. Wichtig ist, dass sichere Fahrradkindersitze verwendet werden – diese müssen als Zubehör separat gekauft werden.

Das Lastenrad „Backpacker“ beim Crashtest. (Bild: ADAC)

Gut immerhin schneidet der Fahrradanhänger ab, der das Kleinkind durch Gurtfixierung und stabilen Rahmen schützt. Nachteil beim Fahrradanhänger, die Kinder sitzen sehr niedrig, wodurch sie sich im direkten Aufprallbereich des Pkw befinden.

Der Fahrradanhänger schlägt sich im Crashtest ordentlich. (Bild: ADAC)

Bei den Systemen mit einer Transportbox (Lastenfahrrad zweispurig und Lastenfahrrad einspurig „Long John“) kann die Box beim Kontakt mit dem Auto die Insassen zwar schützen, allerdings wurden beide Systeme umgeworfen und schlitterten aufgrund der glatten Oberfläche über die Straße. Hier ist die Gefahr groß, dass es zu einer Kollision mit dem Gegenverkehr kommt. Außerdem versagten beim Crash einzelne Gurt- und Rückhaltesysteme. Hier sieht der ADAC erhöhten Nachholbedarf bei den Herstellern.

Das zweispurige Lastenfahrrad hat die Wucht des Crash umgehauen. (Bild: ADAC)
Das einspurige Lastenfahrrad „Long John“ im Crashtest. (Bild: ADAC)

Durchgefallen

Das Nachläufersystem schneidet bei den Crashversuchen am schlechtesten ab. Da das Kind auf dem angehängten Kinderfahrrad ungeschützt ist, werden Hüfte und Beine beim Zusammenstoß mit dem Auto direkt getroffen. Der Dummy prallt danach mit dem Kopf auf den Asphalt.

Das Nachläufersystem fällt beim Crashtest wegen fehlenden Insassenschutz durch. (Bild: ADAC)

Empfehlung

Unabhängig von dem einzelnen Test rät der ADAC dazu, das Fahrer und Insassen stehst immer einen Helm tragen, um bei einem Unfall die Verletzungsgefahr im Kopfbereich so weit wie möglich zu reduzieren.

Komfort

Überraschend fielen dem Klub auch die Ergebnisse bei der Messung des Fahrkomfort aus. So bietet der gefederte Fahrradanhänger den mit Abstand besten Komfort für die Kinder. Im Vergleich zum ungefederten Anhänger werden die Belastungen beim Überfahren von Randsteinen oder Schlaglöchern um bis zu 50 Prozent reduziert. Daher kann sich der höre Preis für die Federung als sinnvolle Investitionen herausstellen.

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