Übergewichtige (adipös) Kinder entwickeln im Laufe der Jahre geringere kognitive Fähigkeiten als ihre nicht übergewichtigen Altersgenossen. Dies wurde durch 30-jährige Beobachtungen der Monash University und der University of Tasmania bei mehr als 1200 Kindern in Australien gezeigt.

Experten fassen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen, Kreativität, Planung und Orientierung nach kognitiven Fähigkeiten zusammen. Die Ausbildung, etwa an einer Hochschule, der sozioökonomische Status in der Kindheit und späteres Rauchen oder Konsumieren von Alkohol verfälschen das Ergebnis nicht, heißt es.

Anfälliger für Demenz

Laut Jamie Tait und Michele Callisaya von der Monash University und ihre Kollegen haben Forscher 1985 exakt 1.244 Kinder zwischen sieben und 15 Jahren auf Fitness (Herz-Kreislauf, Muskelkraft, Muskelausdauer) und Körpermaße untersucht. Zwischen 2017 und 2019, als die Teilnehmer 39 bis 50 Jahre alt waren, überprüften die Wissenschaftler sie auf ihre kognitiven Fähigkeiten. 

Ergebnisse: Der Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit hatte bei einigen Teilnehmern bereits im mittleren Alter begonnen. In der Lebensmitte stellten sie leichte kognitive Beeinträchtigungen fest, die zu Demenz im Alter führen kann.

Frühzeitige Erkennung

Laut Michele Callisaya ist die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren für kognitive Störungen sehr wichtig. „Die Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Fitness und zur Reduzierung von Fettleibigkeit bei Kindern ist wichtig, da dies dazu beitragen kann, die kognitive Leistungsfähigkeit im mittleren Alter zu verbessern“, sagte sie. 

Besonders wichtig sei, dass schon in der frühen Kindheit Strategien zum Schutz vor künftigem kognitivem Verfall entwickelt werden, „damit das Gehirn genügend Reserven gegen die Entstehung von Krankheiten wie Demenz im Alter aufbauen kann,“ so Callisaya.

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