Nachdem mein erster Versuch, einen Ersatz für meinen inzwischen betagten Kärcher FC 5 Cordless Premium zu finden, nicht von Erfolg gekrönt war (siehe Cleanwise BVC-T8 Testbericht). Habe ich mir nun den Dreame H15 Pro bestellt. Das ist einer der beiden Wischsauger, die ich ursprünglich neben dem Tineco Floor One ins Auge gefasst hatte. Bei meiner Entscheidung war mir auch dieses Mal wichtig, dass es sich um ein langlebiges Gerät der Oberklasse handelt. Nach einigen Überlegungen und einer Preisrecherche fiel meine Wahl auf den Dreame H15 Pro. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 650 Euro ist er nicht gerade preiswert. Aber zum Glück sind unverbindliche Preisempfehlungen meist nur von kurzer Bedeutung. Denn ein Jahr zuvor hatte ich auf der IFA das Vorgängermodell wegen seiner Fähigkeiten bewundert und gedacht, dass der deutsche Hersteller Kärcher angesichts des chinesischen Einfallsreichtums alt aussieht.
Design & Verarbeitung
Schon beim Auspacken wird klar: Der Dreame H15 Pro spielt in einer anderen Liga als der Cleanwise Wischsauger für 260 Euro, denn ich eine paar Wochen zuvor im Haus hatte. Das mattschwarze Design ist ausgesprochen modern, fast schon futuristisch, mit klaren Linien und einer hochwertigen Anmutung. Die verwendeten Kunststoffe fühlen sich robust und sehr wertig an, nichts knarzt, kurz um alles wirkt gut durchdacht. Die Steckverbindungen für das Rohr rasten satt und präzise ein. Mit einem Gewicht von 5,8 kg (betriebsbereit) ist er definitiv kein Leichtgewicht, was aber auch ein Gefühl von Stabilität vermittelt. Trotz des Gewichts liegt er dank des gut ausbalancierten Schwerpunkts und des ergonomischen Griffs erstaunlich gut in der Hand und lässt auf eine angenehme Bedienung hoffen.

Handhabung & Bedienung
Die Inbetriebnahme ist beim H15 Pro genauso einfach wie beim Cleanwise BVC-T8. Man muss lediglich das Hauptgerät auf die Basisstation stellen, das Rohr mit dem Griff einstecken, den Frischwassertank am Fuß befüllen und den Akku initialladen (was beim ersten Mal ca. 4 Stunden dauerte). Der Wischsauger gleitet dank der motorisierten Bürste und des leichten Eigenantriebs fast wie von selbst über den Designboden.

Der Frischwassertank am Fuß des Geräts fasst großzügige 780 ml, der Schmutzwassertank am Korpus 700 ml. Das sorgt für eine ordentliche Reichweite, bevor nachgefüllt oder entleert werden muss. Mein Tipp: Den Schmutzwassertank nach jedem Gebrauch entleeren, um Fäulnis und unangenehme Gerüche zu vermeiden. Die beiden Tanks sind so konzipiert, dass sie leicht zugänglich und einfach zu entnehmen sind.

Der Schmutzwassertank lässt sich zudem leicht unter fließendem Wasser reinigen. Das Filtersystem (inklusive eines HEPA-Filters) ist ebenfalls gut durchdacht und einfach zu warten. Im Lieferumfang sind neben einer Ersatzbürstenrolle auch eine Reinigungsbürste und ein Fläschchen mit kompatiblem Reinigungsmittel enthalten. Die Steuerung des Dreame H15 Pro erfolgt über drei gut erreichbare Tasten am Griff und wird durch ein einfaches Farbdisplay unterstützt. Dieses zeigt den aktuellen Reinigungsmodus, den Akkustand sowie eventuelle Wartungen oder Hinweise zum Wassertank an.
Zusätzlich lässt sich der Dreame-Wischsauger per App über das Smartphone bedienen. Da beim Saugen alle relevanten Informationen auf dem Display des Geräts angezeigt werden, erachte ich diese Funktion persönlich als überflüssig und habe sie daher auch nicht getestet.
Die Alltagstauglichkeit
An dieser Stelle zeigt der Dreame H15 Pro, was in ihm steckt. Egal, ob verschütteter Kaffee, angetrocknete Saftspritzer oder alltäglicher Staub und Krümel – der Wischsauger nimmt alles zuverlässig auf. Er eignet sich daher hervorragend für Fliesen, versiegeltes Parkett, Laminat und Vinyl bzw. Designboden. Besonders beeindruckt hat mich die Kantenreinigung – hier wurde auf der IFA nicht zu viel versprochen. Die Bürste reicht an beiden Seiten sehr nah an Fußleisten und Möbelkanten heran, sodass kaum Nacharbeit erforderlich ist.
Die Saugleistung ist automatisch geregelt und passt sich dem Verschmutzungsgrad an. Das spart Akkuleistung und reduziert die Lautstärke. Die Böden sind nach der Reinigung nicht nur sauber, sondern auch erfreulich schnell wieder trocken. In puncto Lautstärke ist der Dreame-Wischsauger zudem deutlich leiser als der zuvor getestete Cleanwise-Wischsauger BVC-T8 von Amazon.

Einen kleinen Nachteil gibt es jedoch auch hier: Denn auch der H15 Pro kann nicht vollständig unter sehr flache Möbel wie niedrige Sofas oder Kommoden fahren, obwohl dieser sich flach abwinkeln lässt. Das ist jedoch ein generelles Problem bei Wischsaugern dieser Bauart. Die Akkulaufzeit beträgt im Automatikmodus gute 35–40 Minuten und reicht für meine 90 m² große Wohnung meist aus. Die Lautstärke ist präsent, aber nicht unangenehm laut, sondern klingt eher wie ein sattes Betriebsgeräusch als wie ein schrilles Kreischen. Die Ladezeit beträgt üblicherweise vier bis fünf Stunden, was jedoch dank der langen Akkulaufzeit selten ein Hindernis darstellt.
Selbstreinigung mit Heißlufttrocknung
Die Selbstreinigungsfunktion des Dreame H15 Pro ist ausgezeichnet und war für mich ein entscheidender kaufentscheidender Faktor. Nach getaner Arbeit stellt man das Gerät auf die Basisstation und startet per Knopfdruck die Selbstreinigung. Der H15 Pro spült dann nicht nur die Bürstenwalze und die internen Leitungen mit Frischwasser durch, sondern trocknet die Bürstenwalze anschließend auch mit Heißluft. Besonders praktisch ist, dass die Selbstreinigung mit Messern auch mögliche Haare entfernt, die sich beim Wischen um die Walze gewickelt haben.
Der Vorgang ist nicht ganz leise und dauert eine Weile, doch das Ergebnis ist eine saubere und vor allem trockene Bürste, ohne dass man diese manuell entnehmen und separat trocknen muss. Schimmelbildung und unangenehme Gerüche gehören damit der Vergangenheit an. Wenn man anschließend den Schmutzwassertank entleert, muss man nichts weiter für die Wartung des Wischsaugers tun. Das ist ein enormer Komfortgewinn, auf den ich nicht mehr verzichten möchte und der den höheren Preis meiner Meinung nach rechtfertigt.
Mein Fazit:
Nach ungefähr sechs Wochen mit dem Dreame H15 Pro Wischsauger kann ich sagen, dass es sich um eine echte Innovation handelt – vor allem, wenn ich an meinen fünf Jahre alten Kärcher denke. Der Wischsauger kann in fast allen Belangen überzeugen. Für rund 600 Euro erhält man ein kraftvolles Gerät, das nicht nur exzellent reinigt, sondern auch mit cleveren Features wie der hervorragenden Selbstreinigung inklusive Heißlufttrocknung punktet.
Die Verarbeitung ist sehr gut, und trotz des Gewichts ist die Handhabung angenehm. Kleinere Schwächen wie die eingeschränkte Fähigkeit, unter sehr flache Möbel zu gelangen, und der stolze Preis trüben das Bild nur minimal.
Der Dreame H15 Pro ist eine echte Empfehlung für Haushalte, die Wert auf gute Reinigungsleistung, maximalen Komfort und innovative Technik legen und bereit sind, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Für mich als HauptstadtPapa hat sich die Investition gelohnt! Die Bodenreinigung ist spürbar einfacher und effizienter geworden, und die Wartung ist ein Klacks. So nutze ich das Gerät fast täglich, was bei dem Kärcher F5 wegen des größeren Aufwands nicht der Fall war. Daher habe ich mich entschieden: Dieser Wischsauger bleibt!




