Als alleinerziehender Vater und #HauptstadtPapa, der die Realitäten des modernen Familienlebens am eigenen Leib kennt, bin ich mehr als fassungslos über die jüngsten Äußerungen von Dr. Andreas Gassen, dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)! Seine öffentlichen Überlegungen, Vater-Kind- und Mutter-Kind-Kuren als »nice to have« zu bezeichnen und als potenzielle Einsparmaßnahme im Gesundheitssystem zu betrachten, sind eine absolute Unverschämtheit. Es ist deutlich erkennbar, dass dies lediglich seiner eigenen egoistischen Selbstdarstellung dient und eine beunruhigende Realitätsferne offenbart.
Populismus statt Kompetenz
Das kennen wir von Herrn Gassen bereits: Schon während der Coronapandemie hat er ähnliche Aussagen gemacht. Nun, im Sommerloch, scheint er erneut Aufmerksamkeit zu suchen und bedient sich dabei billigem Populismus – auf Kosten von Familien und Alleinerziehenden. Seine Stellung als gut verdienender Orthopäde und Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) scheint ihn von den alltäglichen Sorgen und Belastungen gewöhnlicher Familien zu entfernen.
Doch die Realität sieht anders aus: Väter und Mütter sind heute enormen Belastungen ausgesetzt. Die Liste der Gründe ist lang: beruflicher Druck, finanzielle Sorgen, die Vereinbarkeit von Familie und Karriere, die Nachwirkungen der Pandemie. All das führt zu einem Anstieg von Erschöpfungszuständen und psychischen Belastungen. Vater- & Mutter-Kind-Kuren sind oft die letzte Möglichkeit, bevor die Situation völlig eskaliert.
Eine Milchmädchenrechnung
Es ist offensichtlich, dass es sich bei dieser absurden Forderung um eine Milchmädchenrechnung handelt. Herr Dr. Gassen behauptet, es gäbe Einsparpotenzial. Falsch! Wenn alleinerziehende Eltern oder kinderreiche Familien sich keine solche Auszeit zur Regeneration mehr leisten dürfen, schießen später automatisch die deutlich kostenintensiveren Reha-Anwendungen durch die Decke!
Eine dreiwöchige Vater-Kind-Kur kostet die Krankenkassen nur einen Bruchteil einer mehrmonatigen Therapie wegen z. B. Burnout oder Depression. Ich will gar nicht erst von den langfristigen gesellschaftlichen Kosten anfangen, die entstehen, wenn alleinerziehende oder Eltern komplett ausfallen und Familien aufgrund dieser Umstände zerbrechen. Als alleinerziehender Vater und #HauptstadtPapa weiß ich genau, dass ich im Notfall die Verantwortung trage und alles zusammenhalten muss.
Der Caritasverband Brilon bringt es auf den Punkt: „Wer an dieser Stelle sparen will, gefährdet die Gesundheit von Familien – und damit das Fundament unserer Gesellschaft.“ Genau das ist der springende Punkt, den Gassen offenbar nicht verstehen will oder kann.
Väter sind keine Patienten zweiter Klasse
Besonders problematisch ist Gassens Fokus auf die ohnehin schon unterrepräsentierten Vater-Kind-Kuren. Während Mutter-Kind-Kuren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert und verbreitet sind, müssen Väter weiterhin um die Anerkennung ihrer Belastungen kämpfen. Sie haben es bereits schwer, überhaupt Zugang zu solchen Maßnahmen zu erhalten, da es nur wenige Vater-Kind-Kuren in Deutschland gibt. Gassens Vorschlag würde diese Ungleichheit noch weiter verstärken.
Als alleinerziehender #HauptstadtPapa weiß ich genau, wovon ich spreche: Du funktionierst 24/7, hast kaum Pause, keine Entlastung, kaum soziale Kontakte und so findet sich auch kaum eine Partnerin, die mal übernimmt. Du hast die Verantwortung für alles – Haushalt, Job, Erziehung, emotionale Betreuung. Für uns sind Vater-Kind-Kuren oft die einzige Möglichkeit, wieder zu Kräften zu kommen, ohne dass die Beziehung zum Kind leidet. Im Gegenteil: Diese Zeit stärkt die Vater-Kind-Bindung enorm.
Die Politik muss endlich handeln
Es ist bereits heute dringend notwendig, Alleinerziehende stärker zu unterstützen. Umso beschämender ist es, dass Politiker verschiedener Parteien betonen mussten, dass Kürzungen in diesem Bereich nicht infrage kommen. Die Linke in Thüringen bezeichnet die aktuelle Gesundheitsversorgung als „antiquiert“, da sie die Belastungen junger Familien völlig verkennt. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Gassens Vorschlag ist ein Musterbeispiel für die Dysfunktionen in unserem Gesundheitssystem. Anstatt langfristig und präventiv zu denken, wird kurzfristig auf dem Rücken der Schwächsten gespart. Alleinerziehende und Familien, die ohnehin schon unter Druck stehen, sollen noch mehr Belastungen schultern.
Ein Appell an die Vernunft
Herr Dr. Andreas Gassen sollte seine Position dazu nutzen, das Gesundheitssystem nachhaltig zu stärken – statt billigen Populismus zu betreiben und sein eigenes Ego zu stärken. Vater-Kind und Mutter-Kind-Kuren sind keine bloßen Ausgaben, sondern eine wichtige Investition in die Zukunft einer gesunden Gesellschaft.
Statt auf Kosten von Alleinerziehenden und Familien zu sparen, sollte die KBV lieber echte Effizienzsteigerungen anstreben. Das bedeutet: weniger Bürokratie, mehr und bessere Digitalisierung sowie sinnvollere Kassenstrukturen. Die entsprechenden Vorschläge liegen auf dem Tisch, Herr Dr. Gassen. Nutzen Sie diese, anstatt Alleinerziehende und Familien im Stich zu lassen.
Als Alleinerziehende und Familien dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Gesundheit und die unserer Kinder zum Spielball einer verfehlten Sparpolitik werden. Vater-Kind- und Mutter-Kind-Kuren sind und bleiben ein wichtiger Baustein für die Gesundheit von Familien – unabhängig davon, was Herr Gassen darüber denkt!
Was hältst du von Gassens Vorschlägen? Was ist dein Standpunkt zu Vater-Kind- oder Mutter-Kind-Kuren? Teile Deine Meinung mit uns und lass uns in den Kommentaren diskutieren!
Bis dahin bleibt gesund und mir gewogen!
Euer
HauptstadtPapa




